Alles über Keilrahmen

Malgrund zum Träumen
Da steht eine Staffelei mit einem Keilrahmen darauf! Dessen weißes, straff gespanntes Tuch erwartet die Schöpfung einer neuen Farbenwelt – das Künstlerherz schlägt höher!
Diese wohl schönste Form von Gemäldeträger besteht aus einem Holzrahmen, der an seinen vier Ecken in Nuten zusammengesteckt wird. Es gibt kein Verschrauben, allein das darüber gespannte Leinen hält die Winkelkonstruktion stabil zusammen. So bleibt das Kunstwerk flexibel und kann nach Bedarf mit Keilen nachgespannt werden. Das Tuch, mit seiner Struktur und dem Hauch von Leichtigkeit, regt den Maler zum Träumen an, das typische Kratzen des Pinsels auf Leinen setzt Glückshormone frei!
Keilrahmen Größen und Formate
Für die Landschaftsmalerei und Stillleben kommen zumeist die rechteckigen Formate wie 50 x 70 cm zum Einsatz. Porträts oder Blumenstillleben finden gern auf quadratischem Untergrund ihren Platz. Für ein Seebild, beispielsweise, macht sich ein sehr breites Format wie 30 x 100 cm sehr gut. Welches Format wofür eingesetzt wird, obliegt aber dem Künstler selbst.

Vor dem Malen

Die Keile sind in jedem fertigem Leinwand-Set beigelegt. Vor dem Malen empfiehlt es sich, diese kleinen Hölzer mit Vorsicht und einem kleinen Hammer (150g) einzuschlagen. Eine feste Unterlage, gutes Licht und Geduld sind sehr von Vorteil. Es ist nicht ganz einfach, diese Keile so einzubringen, dass sich die Leinwand tatsächlich spannt.
Deshalb sollte der Anfänger vorsichtig einschlagen, dass nicht die Spitzen an der Seite durch das Tuch spießen oder der Hammer abprallt und das Tuch beschädigt. Manchmal sind die Schlitze etwas zu knapp ausgearbeitet. Hier hilft ein Stück feines Sandpapier, flach auf den Tisch gelegt oder geklebt. Die Keile mehrmals darüber schaben, bis sie leicht in den Schlitz zu stecken gehen. Erst dann gefühlvoll einschlagen. Mit der Fingerkuppe die Trommelprobe machen, klingt es hell, dann stimmt die Spannung.
Einige Künstler stellen ihre Rahmen selbst her. Maltuch und Leisten gibt es im Internet günstig zu kaufen. Allerdings setzt die Anfertigung eines ordentlichen Rahmens Werkzeug und etwas handwerkliches Geschick voraus. Ein Anschlagwinkel, Hammer und Nägel sowie eine ebene Fläche sollten vorhanden sein. Kommt rohes Leinentuch zum Einsatz, benötigt diese eine Grundierung. Sonst saugt das Tuch die Farben weg.
Wer jedoch die Zeit, die er für das Basteln verbrauchen würde, lieber als kreative Mal-Zeit nutzen möchte, der kaufe sich die Spannrahmen gleich fertig! Da ist alles komplett: Grundierung, Rechtwinkligkeit und die Spannung des Tuches passen malfertig. Die gängigsten Formate wie 50 x 70 cm oder 40 x 50 cm sind immer erhältlich. Oft ist es preisgünstiger, ein Set mit mehreren Größen zu erwerben als ein einzelnes Stück. Sondergrößen können bestellt werden.

Keilrahmen Wandaufhängung

Für die Befestigung an der Wand gibt es spezielle Aufhängeklips. Vor deren Anschrauben ist unbedingt die genaue Mitte auf der Rückseite des Bildes anzuzeichnen. Sonst hängt das Gemälde schief. Größere Werke benötigen zwei Aufhänger, an jeder Bildecke eines. Für die Ausstellung in einer Galerie bedarf es spezieller Gallarie-Haken.

Keilrahmen Sonderformen und Formate

Gemälde über einen Meter Breite sind der Blickfang in großen Räumen oder Hallen. So große Formate bedürfen einer oder mehrerer Zwischenstreben, um die Spannung durch das Tuch zu halten. Zu empfehlen ist eine Zwischenstrebe ab der Größe 50 x 70 cm.
Dekorative Leistenstärken um die 5 cm heben das Gemälde besonders hervor und eignen sich gut für abstrakte Malerei. Dreidimensionale Konstruktionen aus mehreren Spannrahmen liegen sehr im Trend, dreieckige Keilrahmen oder runde Formate bringen Abwechslung in jede Ausstellung.
Der Bezug mit groben Leinen in Naturfarben oder schwarze Grundierungen erhöhen die Ausdruckskraft durch Struktur und Farbtiefe.
Sonderformen sind nicht immer erhältlich, unter Umständen bedarf es einer technisch bedingten Wartezeit, da die Keilrahmen extra angefertigt werden.

Welche Farben eignen sich für Leinwand?

Alle Arten von Öl, Acryl- und auch Temperafarben oder Gouache werden von dem Maltuch angenommen. Nicht geeignet ist dieser Malgrund für Aquarellmalerei. Auch Pastell- oder Ölkreide lassen sich hierauf vermalen.

Leinwand Keilrahmen kaufen
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Benötigt ein Keilrahmen einen Bilderrahmen?

Der Keilrahmen bietet nicht nur einen perfekten Untergrund, er ist schon komplett verwendbar für die Wand. Eine zusätzliche Umrahmung um diesen herum ist nicht nötig. Allerdings bekommt manches Gemälde durch einen Außenrahmen noch eine besondere Würde.
Ein klassischer Antikrahmen in Goldfarbe um ein Gemälde, das ein Kornfeld zeigt, kann das Gefühl von Sommer, Sonne und reifen Ähren unterstreichen. Dagegen macht es keinen Sinn, um ein kleines Blütengemälde noch eine charaktervollen Bilderrahmen zu legen, der würde das Blümchen völlig erdrücken.
Sehr professionell wirkt es, den Rand mit zu bemalen. Einfach den Bildverlauf fortsetzen und in die Ränder auslaufen lassen. Die Stelle, wo das Tuch um den Keilrahmen gefaltet liegt, mit der Spachtel und etwas pastöser Farbe auffüllen. So wirkt das Bild stimmig und ruhig.

Leinwand Keilrahmen Bilderrahmen

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Eine Leinwand Delle beseitigen.

Was tun bei einer Leinwand Delle? Selbst bei größter Vorsicht kann es passieren: Der Daumen gerät auf die Fläche und hinterlässt einen hässlichen Abdruck. Falls das passiert, bevor die Farbe darauf ist, kann mit etwas heißem Wasser und einem Tee- oder Esslöffel ausgebeult werden. Das Tuch muss dabei auf einer glatten Tischfläche aufliegen, das Wasser auf die unbeschichtete Hinterseite tropfen, dann mit der runden Löffelseite von innen her ausmassieren. Anschließend mit dem Föhn sachte trocken pusten!
Bei bemalten Bildern bildet die Farbschicht eine Armierung, die sich nicht zurückmassieren lässt. Da hilft es, pastöse Farbe in die Delle der Leinwand einzubringen. Das muss, je nach Tiefe, in Schichten erfolgen, um Trockenrisse zu vermeiden. Das Füllen kann mit Resten gedämpfter Farben wir Ocker erfolgen, die Schlussschicht dann in der Originalfarbe des Objektes.

Ein Riss in der Leinwand – alles hin?

Auf keinen Fall wegwerfen! Die alten Meister nähten ihre großen Maltücher aus mehreren Lagen mit kleinen Stichen zusammen, spannten sie auf und überspachtelten die Nahtstelle mit Ocker. Wenn nichts mehr von der Naht zu sehen war, begannen sie ihre Arbeit auf einem komplett glatten Tuch.
Genauso geht es, wenn ein Riss zu reparieren ist. Mit feinen Stichen zusammennähen und dann überspachteln. Günstig ist es, das gesamte Bild mit zu grundieren, damit keine Absätze und Farbunterschiede entstehen. Alternativ kann die Rissstelle mit einem Flicken aus Jeansstoff hinterklebt werden. Es darf hier kein chemischer Kleber eingesetzt werden. Holzkaltleim oder notfalls Mehlkleister tun hier gute Dienste. Diese Variante hat sich bewährt, wenn ein bereits fertiges Bild zu reparieren ist.

Leinwand Keilrahmen Beidseitig

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